Taufstein

  Weil die Taufe der Eingang in das Leben als Christ ist, gehört der Taufstein eigentlich in den Eingangsbereich einer Kirche. In jeder mittelalterlichen Kirche ist das ursprünglich so gewesen. In den katholischen kirchen erinnern bis heute die Weihwasserbecken am Eingang daran.
Unser Taufstein stammt aus dem Jahr 1624. Er ist aus schwarzem Serpentin, kelchförmig mit oktogonalem Abschluss von Elias Weißbach, Zöblitz. Der oktogonale Abschluss symbolisiert den 1. Tag der Woche, nach jüdischer Zählung also auch den achten, also den Tag der Auferstehung. An allen Kirchengebäuden weist die Zahl 8 auf die Auferstehung und das neue Leben in Christus hin. Die Zahl findet sich z. B. beim Oktogon am Turm wieder.
Das oberste Spruchband, das den Taufstein umzieht, beinhaltet ein Zitat aus Mk 16,16: „WERDA GLEYBET VND GETAUFT WIRD DER WIRD SELIG WERDEN. WER ABER NICHT GLEVBET DER WIRD VERDAMPT WERDEN. MARCI XVI VER XVI ANNO MDCXXIIII
Das zweite Spruchband enthält ein Bibelzitat aus Gal 4,28: WIE VIEL EUER GETAUFT SIND, DIE HABEN CHRISTVM ANGEZOGEN GALAT: IIII VER XXVIII
In dem runden Ring, der auf der dem Altar zugekehrten Seite zu sehen ist, ist wahrscheinlich der Name des Künstlers festgehalten: Elias Weissbach, zu Zöblitz.
Das dritte Band enthält die Buchstabenreihenfolge
MG ‖ TS ‖ CO ‖BP ‖AR ‖ AS ‖ BD ‖ FF ‖ CI ‖ vi ‖ TA ‖ HE ‖ RT ‖ ZB ‖ ER ‖ GK
Johann Schulze deutet in seiner Chronik den ersten Teil als Anfangsbuchstaben folgender 16 Titel und Namen:
M. G[eorg] T[auth] S[uperintendent]
C[hristoph] O[hkel], B[ürgermeister]
P[aul] A[rnold], R[ichter] (Stadtrichter)
A[rchidiakonus] S[teiffius] und B[erger]
D[iaconus] F. F.
CIVITA HERTZBERGK
Das vierte Band enthält die stilvoll unterbrochene Aufschrift: FVRCHTE GOTT HALT SEIN GEBOT
In der Grochwitzer Kapelle steht ein weiterer Taufstein aus der Zeit um 1800.