St. Martin Frauenhorst

Kirchenkreis Bad Liebenwerda
St. Martin Frauenhorst

Adressdaten


  • 04916 Herzberg OT Frauenhorst
    Frauenhorster Straße 12

Beschreibung


Die Frauenhorster Kirche gehört zu den seltenen vollständig aus Raseneisenstein gebauten Kirchen der Region und ist die einzige Dorfkirche im Pfarrbereich Herzberg, die den 30jähigen Krieg überdauert hat. Die vom Friedhof umgebene Saalkirche stammt aus dem 14. Jh. Der Westturm, ein Sichtziegelbau mit achteckigem Glockengeschoß und schiefergedeckter Zwiebelhaube, ersetzt seit 1910 den barocken Holzglockenturm.
An die ursprüngliche Widmung der Kirche für den Heiligen Martin erinnert noch der Mittelschrein des aus dem frühen 16. Jh., aus vorreformatorischer Zeit, stammenden Schnitzaltars, der im Umfeld der Cranach-Schule entstand und zu den Kostbarkeiten der Innenausstattung gehört. Im Zentrum ist eine Marienfigur dargestellt, das Christuskind mit der Herrschaftsinsignie der Weltkugel haltend, links der Heilige Martin mit Bischofsstab, vor ihm kniend der Bittende, rechts die Heilige Elisabeth mit der Kanne und den Broten zur Versorgung der Bedürftigen. Der linke Seitenflügel zeigt innen den Heiligen Nikolaus, außen die Heilige Barbara vor dem Turm. Der rechte Seitenflügel zeigt innen den Heiligen Hubertus, Schutzpatron der Jagd, außen die Heilige Katharina mit dem Schwert. Auf der Predella sind Engel dargestellt, die das Schweißtuch der Veronika halten, das zu den kostbarsten Reliquien des Mittelalters zählt. Der Aufsatz stammt vermutlich aus späterer Zeit und erinnert an die Darstellung auf Epitaphien, möglicherweise ein Versuch, den katholischen Altar in den Kontext evangelischer Theologie zu stellen. Er ist nun nicht mehr Ort des Meßopfers sondern Stätte persönlicher Frömmigkeit.
Das Innere der Kirche ist durch den barocken
Umbau geprägt: Sandsteinplatten, Holzbalkendecke, Emporen, die im nordöstlichen Fenster bleigefassten, runden Scheiben, die Kanzel.
Letztere erinnert an die späte Renaissanceform und zeigt ein Lutherporträt der Volkskunst. Das Spruchband auf dem Kanzeldeckel zitiert 1Tim 1,13. Der Taufstein entstammt dem Jahr 1853, wie der Grund des Beckens verrät (MDCCC[X]LIII).
Die wohlklingende Orgel wurde im 19. Jh. von Orgelbauer Lochmann erbaut.
Die Kirchengemeinde trifft sich monatlich zum Gottesdienst.